Wie alles begann

Chronisch

Anno 1984, wie man sich noch heute am Lagerfeuer erzählt, geschah es, dass die damaligen WG-Trommler, die "Alten" aufgelöst, oder besser gesagt, "wegen unüberbrückbarer Differenzen" durch eine knackige, junge und erstaunliche Schar von damals gerade mal 12-, 13- oder 14- jährigen Bürschchen ersetzt wurden.

In diesem Moment, zu dieser Gelegenheit, etwas verfrüht, aber doch unwiderstehlich, betraten die ersten Gründungsmitglieder der Neuen Alten endgültig die große Bühne des Schützenfestes.

Diese Freude, dieses Glück, diese Begeisterung und Begierde des Trommelns setzte sich tief in Ihre Herzen, dass sie nie wieder davon ablassen konnten. Schon beim leisesten Anhauch des Geruchs von Mottenkugeln, Pferdeäpfeln, heissem Teer und schaumigem Festbier konnten sie nicht mehr anders, als mit den bezaubernden Klängen aus Ihren Blecheimern hinaus in die Welt zu ziehen.

Doch als nach fünf langen Jahren als WG-Trommler das Wieland-Gymnasium ihnen ein bestandenes Abitur anbot, und sie dieses auch annahmen, stellten sie schlagartig fest, dass sie damit in eine Falle gegangen waren. Denn so waren sie gezwungen, die Schule zu verlassen und somit auch die WG-Trommler. Das war ein Schreck. Das war eine Panik. Blankes Entsetzen und Verzweiflung machten sich breit und würden harte Männer weinen, so hätten sie so manche Träne vergossen. Sie konnten sich alle gar gar nicht damit abfinden, jetzt nur noch mit der Trommel um den Christbaum rennen zu können.

Doch dann, doch dann, dann kam Ihnen die rettende und  erleuchtende Idee  und so gründeten Sie im Frühjahr 1989 in historischer Tat und mit viel Brimborium an grosser Tafelrunde die "Neuen Alten WG-Trommler", von erfolgreichen Züchtern empfohlen....", als Nachfolgegruppe der “Alten WG-Trommler”.

Und 1989 waren es dann anfangs gerade mal 7, die so durch die Gegend zogen, wobei einer noch an Krücken ging. Doch wie dann der eine und andere Berufene hinzukam, vollbrachte es sich schliesslich, dass die Neuen Alten nun auf die erstaunliche Anzahl von 20 Helden der Trommel gewachsen sind. Wobei alle auf ein Mal zu sehen noch niemand gelungen ist.

Und so ziehen sie ein jedes Schützen durch die Lande, nehmen Ihre Trommel in die Hand, verabschieden sich von Ihrem Hab und Gut und materiellen Gütern, um nur mit ihren Instrumenten, einem Rock, einem weißem Hemd, frohem Herzen, etwas Zahnbürste und einem Paar Socken von Haus zu Haus zu gehen, um dort, wo man Ihnen wohlgesonnen, die Lüfte mit dem himmlischen Klang ihrer hohen Künste des engels-chören-gleichen Trommelns zu erfüllen und erbeben zu lassen. Und so schenken sie den Menschen Glück und Freude. Und die Menschen schenken ihnen dafür einen Platz zum Sitzen, Zuspruch, Fürsorge, Bier, Läberkääs, warme Decken und rote Würste.

Und wenn dann die Kühlschränke und Keller leer sind, dann ziehen sie weiter, um die nächsten Menschen glücklich zu machen. Und da so viel des glücklich Machens Freude macht und vergnügt, können sie dann auch die ganzen 10 Tage nicht davon ablassen, immer wieder Gutes zu tun.

Und wenn Du dich anstrengst und etwas leise bist, etwas wartest und Geduld hast, dann kannst auch Du sie dieses Jahr wieder sehen, wie sie in einer langen Reihe, mit hohen und tiefen Trommeln, langsamen Schrittes und erhobenen Hauptes aus den Gebüschen brechen, um der Welt mit Ihren traditionell gehaltenen Trommlermärschen ohne pseudomodischen, kurzlebigen Schnickschnack Erbauung und Glückseligkeit zu bringen.

Wasser Marsch!